Eigene App für meine Klinik: Lohnt sich das wirklich?
Was eine Branded App für ästhetische Kliniken bringt — und was nicht. Ehrliche Analyse mit konkreten Zahlen.
Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an
Jeder zweite SaaS-Anbieter verkauft dir eine "eigene App". Aber braucht eine ästhetische Klinik mit 200–500 aktiven Patienten wirklich eine App?
Kurze Antwort: Ja — aber nur wenn sie mehr kann als Termine buchen.
Lange Antwort: Eine App nur für Terminbuchung ist Geldverschwendung. Doctolib und Co. machen das besser und günstiger. Eine App, die Patientenbindung, Memberships, Rewards und Reaktivierung in einem System vereint — das ist ein Game-Changer.
Was eine Klinik-App NICHT sein sollte
- Nicht: Eine mobile Version deiner Website
- Nicht: Nur ein Terminbuchungstool
- Nicht: Ein weiterer Kanal für Newsletter
- Nicht: Ein Nice-to-have ohne klare Funktion
Wenn deine App nur Termine bucht, wird sie nach 2 Wochen deinstalliert. Garantiert.
Was eine Klinik-App sein SOLLTE
Eine App, die der Patient regelmäßig öffnet, weil sie echten Mehrwert bietet:
1. Rewards-Dashboard
Der Patient sieht seinen Punktestand, wie nah er am nächsten Reward ist, und was er einlösen kann. Das allein generiert 3–4 App-Öffnungen pro Monat.
2. Membership-Management
Members verwalten ihr Abo, sehen inkludierte Leistungen, buchen ihre monatlichen Treatments. Die App wird zur Zentrale der Patientenbeziehung.
3. Termine + Nachsorge
Nicht nur buchen, sondern auch: Nachsorge-Tipps nach der Behandlung, Foto-Dokumentation, Erinnerungen an Folgetermine.
4. Exklusive Angebote
Push-Benachrichtigungen mit Angeboten, die nur über die App verfügbar sind. Das trainiert den Patienten, die App zu checken.
Die Zahlen
Eine gut gemachte Klinik-App verändert drei Kennzahlen:
Retention Rate
- Ohne App: 60% der Patienten kommen wieder
- Mit App: 78% kommen wieder
- +30% Verbesserung
Behandlungsfrequenz
- Ohne App: 2,8 Behandlungen/Jahr pro Patient
- Mit App: 4,2 Behandlungen/Jahr
- +50% Steigerung
Durchschnittlicher Umsatz pro Patient
- Ohne App: 840 €/Jahr
- Mit App: 1.350 €/Jahr
- +61% Steigerung
Was das in Euro bedeutet
Bei 300 aktiven Patienten:
- Ohne App: 300 × 840 € = 252.000 €/Jahr
- Mit App: 300 × 1.350 € = 405.000 €/Jahr
- Differenz: +153.000 €/Jahr
Der Doctolib-Vergleich
"Aber meine Patienten buchen doch über Doctolib?"
Genau das ist das Problem. Wenn ein Patient Doctolib öffnet:
- Er sieht 20 andere Kliniken in seiner Stadt
- Er vergleicht Preise und Bewertungen
- Er hat keinen Grund bei dir zu bleiben
Jeder Touchpoint über Doctolib ist eine Abwanderungsgelegenheit. Deine eigene App eliminiert diesen Wettbewerb komplett.
Muss ich eine App entwickeln lassen?
Nein. Eigenentwicklung kostet 50.000–150.000 € und 6–12 Monate. Dazu kommen laufende Wartungskosten, App Store Updates, Server-Kosten.
Systeme wie Mosaic liefern dir eine Branded App (dein Logo, deine Farben, dein Name im App Store) in 30 Tagen — inklusive Rewards, Memberships, Reaktivierung und allem was dazugehört.
Der Unterschied zu einer Eigenentwicklung: Du hast ein bewährtes System statt einen teuren Prototyp.
Wann sich eine App NICHT lohnt
Ehrlichkeit: Eine App lohnt sich nicht für jede Praxis.
Nicht sinnvoll wenn:
- Du weniger als 100 aktive Patienten hast
- Deine Patienten überwiegend Einmalbehandlungen machen (z.B. nur Haartransplantation)
- Du kein Interesse an Memberships oder Rewards hast
Sehr sinnvoll wenn:
- Du 200+ aktive Patienten hast
- Deine Patienten wiederkehrende Behandlungen machen
- Du planbare Monatseinnahmen willst
- Du dich vom Wettbewerb abheben willst
Fazit
Eine Klinik-App ist kein Luxus und kein Marketing-Gag. Sie ist ein Geschäftstool, das drei Dinge macht:
- Patienten bleiben bei dir (statt bei Google nach Alternativen zu suchen)
- Patienten kommen öfter (weil die App sie daran erinnert)
- Patienten geben mehr aus (weil Memberships und Rewards funktionieren)
Die Frage "Lohnt sich das?" beantwortet die Mathematik: +153.000 €/Jahr bei 300 Patienten. Die Frage ist eher: Kannst du es dir leisten, darauf zu verzichten?